Kurzfassung: Den Unterschied zwischen Versicherungsvertreter und Versicherungsmakler sollte man kennen.

Viele Menschen kennen den Unterschied zwischen einem Versicherungsvertreter und einem Versicherungsmakler nicht. Diese Unkenntnis kann sich insbesondere im Schadenfall als fatal erweisen – denn gerade hier hat der Versicherungsmakler deutlich weitergehende Möglichkeiten als der Versicherungsvertreter.

Warum das so wichtig ist

Der Versicherungsvertreter arbeitet im Auftrag eines Versicherungsunternehmens. Er ist dessen Erfüllungsgehilfe und laut klarer Rechtsprechung sowie interner Vorgaben verpflichtet, sich aus der Schadenregulierung herauszuhalten. Seine Aufgabe ist es, Versicherungen zu vermitteln – nicht, seine Kundinnen und Kunden im Leistungsfall zu vertreten.

Für den Versicherungsmakler gilt genau das Gegenteil: Er ist Sachverwalter seines Kunden. Der Bundesgerichtshof hat bereits in den 1980er Jahren festgestellt, dass sich ein Makler so verhalten muss, als ginge es um seinen eigenen Versicherungsschutz. Er handelt im Lager des Kunden – und nur dort.

Mein Berufsverständnis als Makler

Viele Maklerinnen und Makler konzentrieren sich darauf, aus dem Markt das preiswerteste Produkt herauszufiltern. Das kann im Einzelfall sinnvoll sein. Mein eigenes Berufsverständnis war jedoch immer ein anderes.

Seit 26 Jahren sehe ich mich als Anwalt meiner Mandantinnen und Mandanten in allen Versicherungsfragen. Mein Anspruch war es stets, sie so zu beraten und zu begleiten, dass sie im Leistungsfall den Schadenersatz erhalten, der ihnen zusteht.

Und genau hier liegt der entscheidende Unterschied:

  • Ich darf im Leistungsfall aktiv die Interessen meiner Mandanten vertreten.
  • Ich darf gegenüber dem Versicherer auftreten und darrauf drängen, dass reguliert wird.
  • Notfalls darf ich sogar - meist gemeinsam mit einem Reachtsanwalt - vor Gericht auftreten, um die berechtigte Leistung durchzusetzen.
  • Und: Ich hafte für meinen Rat.

Maklerpflichten weit mehr als Preisvergleich

Die Verantwortung eines Maklers beginnt weit vor dem Vertragsabschluss:

  • Korrekte Risikoanalyse
  • Auswahl eines passenden Versicherers (nicht jeder leistet gleich).
  • Laufende Betreuung und regelmäßige Überprüfung.
  • Begleitung im Leistungsfall.

Gerade im gewerblichen Bereich kann eine falsche Vermittlerwahl dramatische Folgen haben. Die Praxis zeigt: Vier von fünf Unternehmen, die vollständig abbrennen, starten entweder gar nicht neu oder müssen innerhalb von drei Jahren nach Wiedereröffnung aufgrund von Unterkapitalisierung Insolvenz anmelden.

Oft liegt das an falscher oder unzureichender Absicherung – und damit an falscher Beratung.

Wie findet man den richtigen Versicherungsmakler bzw. die richtige Vermittlerin?

Diese Frage stellt sich unmittelbar, wenn man den Unterschied zwischen Versicherungsvertreter und Versicherungsmakler verstanden hat. Doch woran erkennt man eine seriöse und professionelle Arbeitsweise?
Im Wesentlichen an vier Punkten:

1. Gründliche und nachvollziehbare Risikoprüfung

Ein guter Vermittler – ob Makler oder Maklerin – interessiert sich wirklich für die Lebensumstände seiner Kundinnen und Kunden bzw. im betrieblichen Bereich für die Details des Unternehmens.

Dazu gehört:

  • Eine umfassende Analyse der individuellen Risiken.
  • Im gewerblichen Bereich eine Vorort-Besichtigung, idealerweise inklusive einer Bewertung von Brandschutz, Abläufen und besonderen Gefahrenquellen.
  • Eine sorgfältige Erfasssung dessen, was tatsächlich versichert werden soll.

Gerade hier werden in der Praxis häufig Fehler gemacht: Oft dienen falsche Betriebsarten als Grundlage. Ich erinnere mich beispielsweise an einen kunststoffverarbeitenden Betrieb, der beim Versicherer als Metallverarbeitung eingestuft war. Solche Abweichungen wirken auf den ersten Blick harmlos, führen aber spätestens im Schadenfall zu erheblichen Problemen – bis hin zur vollständigen Ablehnung, weil keine risikogerechte Prämie erhoben wurde.

2. Ein Angebot, das wirkllich zum Risiko passt

Die Aufgabe des Maklers besteht darin, ein Angebot zu erstellen, das exakt auf das ermittelte Risiko zugeschnitten ist – nicht nur möglichst günstig klingt.

Ein professionelles Angebot berücksichtigt:

  • Korrrekte Einstufung des Risikos.
  • Unterschiede in Bedingungen und Deckungskonzepten.
  • Individuelle Anforderungen des Kunden.
  • Besonderheiten im privaten oder betrieblichen Bereich.

Nur wenn Risikoanalyse und Tarifauswahl zusammenpassen, entsteht ein belastbarer Versicherungsschutz.

3. Regelmäßige Überprüfung und aktive Betreuung

Ein seriöser Makler lässt seine Kundinnen und Kunden nicht „mit dem Vertrag in der Schublade“ zurück. Mindestens ein jährlicher Check des Versicherungsschutzes ist unverzichtbar.

Warum?

  • Lebens- und Unternehmensumstände ändern sich.
  • Versicherungstarife entwickeln sich weiter und werden oft Leistungsstärker.
  • Nur durch regelmäßige Aktualisierung passt der Vertrag auch im Leistungsfall noch zum tatsächlichen Risiko.

Das gilt im gewerblichen Bereich ebenso wie im privaten. Kaum ein Bereich hat sich in den letzten Jahrzehnten so weiterentwickelt wie Versicherungsbedingungen.

4. Professionelle Begleitung im Schadenfall

Der vielleicht wichtigste Punkt: Wie wird im Leistungsfall unterstützt?
Ein guter Makler lässt seine Mandantinnen und Mandanten nicht alleine.

  • Wird der Schaden gemeinsam aufgenommen?
  • Hilft der Makler bei der Kommunikation mit dem Versicherer?
  • Füllt der Kunde das Schadenformular selbst aus - oder übernimmt dies der Makler fachkundig nach Rücksprache?

Nach 26 Jahren Erfahrung weiß ich, wie entscheidend diese Unterstützung ist. Bei uns führte diese professionelle Handhabung in 98 % der Fälle zu einem reibungslosen Ablauf der Schadenregulierung.

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